01.02. Vortrag (via YouTube-Livestream) / 01.–28.02. Ausstellung


Des espagnols dans les camps

Fotografien von Paul Senn

Paul Senn, PFF, MBA Berne. Dép. GKS. © GKS, Berne
Paul Senn, PFF, MBA Berne. Dép. GKS. © GKS, Berne

„Ich verließ Barcelona gegen 12 oder halb 12 mittags und am Abend kamen wir in Arenys de Mun an, wo wir Radio hörten: Die Truppen Francos waren nach Barcelona einmarschiert. Ab diesem Zeitpunkt war es ein einziges Debakel. Man öffnete die Türen der Gefängnisse, die Menschen flohen und retteten sich ins Exil. Ich sah, wie Menschen erschossen wurden, nur weil sie rannten, und es war verrückt, denn alle Menschen rannten … Wir fuhren mit dem Zug, ohne unser Ziel zu kennen. In Montauban angekommen fuhr uns ein Bus in das Lager von Septfonds. Ein Mann sagte mir dort: „Dein Platz ist hier.“ Es war eine kleine Baracke mit Stroh, in der ein Haufen Menschen schlief. Ich verbrachte den Rest der Nacht damit umherzuirren und auf das Morgengrauen zu warten.“

Während des spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 haben die stetigen Erfolge und schließlich der Sieg der Franko-Truppen einen bisher nie gesehenen Exodus zur Folge, bei dem bis zu einer halben Million spanische Republikaner und ihre Familien die Flucht ergreifen. Diese Retirada, bei der die Flüchtenden die Pyrenäen Richtung Frankreich unter grauenhaften Bedingungen bei Kälte und unter Entbehrung überqueren, führt die Freiheitskämpfer in ein vielleicht noch schlimmeres Leid: Frankreich betrachtet sie als unerwünscht, sie werden in Lagern interniert, in denen sie Hunger, Krankheit und Erniedrigung erleiden müssen.

 

Um dem 80. Jahrestag der Retirada zu gedenken, hat die Gedenkstätte des Lagers von Rivesaltes ein großes, überregional angelegtes Projekt initiiert: In Zusammenarbeit mit 14 betroffenen Gemeinden aus 9 Départements der Region Okzitanien und dem Département Pyrénées-Orientales, die die schmerzvolle Geschichte der Internierungslager auf ihrem Territorium teilen: Agde, Argelès-sur-Mer, Bram, Brens, Lannemezan, Le Barcarès, Le Récébédou, Le Vernet d'Ariège, Noé, Rieucros, Rivesaltes, Seint-Cyprien, Septfonds und Gurs, ist eine Ausstellung mit dem Titel "Spanier in den Lagern" entstanden. Die Ausstellung besteht aus 14 Portraits des Schweizer Fotoreporters Paul Senn (1901–1953), der von 1938 bis 1942 über den spanischen Bürgerkrieg und dessen Folgen auf den Straßen des Exils und in den Lagern berichtete.

 

Jedes Portrait wird ergänzt mit der Aussage von Zeitzeug*innen, die durch eines dieser Lager gegangen sind und ein bleibendes Zeugnis ablegen darüber, was sie während der Zeit im Exil oder der Internierung erlebt haben: Miguel Aznar, Maria Bagaria Jover, Augustine Biosca Company, Felix Brezo Ruiz, Josefa De Bedoya Rodriguez, Antonio De la Fuente i Ferraz, Isabel Del Castillo, Firmo Ferrer i Casadevall, Jaume Grau, Emilio Marco Pérez, Mariano Marcos, Noria Mor, Gilbert Susagn, José Torres Cuadrado.

 

Entre 1936 et 1939, compte tenu des succès militaires des troupes franquistes dans la guerre civile espagnole, environ un demi-million d'Espagnols ont fui vers la France. Cette "retirada" s’est achevée avec une autre expérience douloureuse pour les combattants de la liberté : considérés comme indésirables en France, ils ont été internés dans des camps où ils ont souffert de la faim, de la maladie et de l'humiliation. Une exposition du Mémorial du Camp de Rivesaltes, présentée en coopération avec le festival culturel franco-allemand arabesques et la représentation de la Région Occitanie.

 

Eine Ausstellung des Mémorial du Camp de Rivesaltes, präsentiert in Kooperation mit arabesques und der Région Occitanie sowie der Gedenkstätte Lager Sandbostel, dem Mahnmal St. Nikolai und dem Institut français de Kiel.

 

Dienstag, 01. Februar, online via YouTube-Livestream, Vortrag mit Dr. Alexandre Froidevaux zur Sonderausstellung "Spanier in den Lagern". Einführung: Andreas EhresmannGeschäftsführer / Gedenkstättenleiter, Stiftung Lager Sandbostel / Gedenkstätte Lager Sandbostel.

 

Die Ausstellung ist vom 01.–28.02. in der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel zu sehen. 2G-Regel!

 

Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–16 Uhr / Sonn- u. Feiertage 12–16 Uhr (Winteröffnung November-Februar) / Sonn- u. Feiertage 11–17 Uhr (Sommeröffnung März-Oktober), öffentliche Rundgänge jeden 2. und 4. Sonntag im Monat um 14 Uhr

 

Weitere Infos unter: www.stiftung-lager-sandbostel.dewww.facebook.com/gedenkstaettelagersandbostelwww.instagram.de/gedenkstaettelagersandbostel

 

Paul Senn, PFF, MBA Berne. Dép. GKS. © GKS, Berne
Paul Senn, PFF, MBA Berne. Dép. GKS. © GKS, Berne